Ottendorf-Okrilla und Radeberg sind vorn

Bericht aus der Sächsichen Zeitung vom 05.02.2013
(von Jochen Kassmann)

 Weiß-Rot Königsbrück gewinnt in der 2. Landesliga wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Der Radeberger SV konnte auch beim TSV Flöha seine Erfolgsserie mit einem schwer erkämpften 5177:5160-Sieg fortsetzen und sich damit auf den zweiten Tabellenplatz vorarbeiten. Radebergs Teamchef Michael Gärtner meinte schon im Vorfeld: „Bei den aufstrebenden Flöhaern zu gewinnen, das wird nicht einfach.“ Das er mit 856 Holz – gemeinsam mit Steffen Bergmann (829) – schon zu Beginn in Rückstand geraten könnte, war wohl auch nicht eingeplant. Nur gut, dass bei den Flöhaern auch nicht alles nach Plan lief (Arndt Lehnert 884, Frank Thiele 826) und sich der Abstand in Grenzen hielt. Michael Gärtner: „Lob an unseren Mittelpart mit René Jeschke und Sven Kadur, die sich nervlich nicht aus der Ruhe bringen ließen und mit ihren 867 und 854 Kegeln die wichtige Wende im Spiel herbeiführten.“ Hans-Jürgen Böhm und Wolfgang Hartwig erreichten nur 841 und 838 Holz. Auf die Radeberger Schlussstarter Oliver Gärtner und Jörg Bergmann war dann – wie schon in den letzten Vergleichen – absolut Verlass. Die 17 Zähler Vorsprung verteidigten sie vehement und erspielten mit 883 und 888 Kegeln das gleiche Resultat der bis auf die letzten Würfe an den Ketten zerrenden Einheimischen. Wolfgang Reibetanz und Andreas Meyer brachten es auf 895 und 876 Zähler.

Mit einem starken Schlussspurt gelang es derweil Weiß-Rot Königsbrück, auf heimischer Bahn das Sextett aus Dresden-Neustadt im Abstiegskampf noch mit 5112:5095 Kegeln zu bezwingen. Die Königsbrücker standen in dieser Partie mit dem Rücken zur Wand. Teamchef Ronny Böhme: „Nur ein Sieg kann uns in der jetzigen Situation weiterhelfen.“ Diesen Druck verkrafteten einige einheimische Akteure aber nicht. Nur gut, dass Steffen Eckardt aus taktischen Gründen ins Anfangsduo gezogen wurde und mit 901 Kegeln den starken Dresdner Sven Zimmermann mit der Tagesbestleistung von 913 Kegeln weitestgehend bändigen konnte. Damit blieben die Gastgeber trotz eines Rückstandes (Daniel Storch 816) von 36 Zählern im Spiel. Psychologisch wirkte sich dies aber negativ auf den Mittelpart mit Thomas Hauffe und Mario Rhaesa (Detlef Anders) aus, die trotz allen Willens am Ende nur auf magere 825 und 813 Kegel kamen.

Ihre Kontrahenten Roland Vatter und Denis Jannasch erzielten 810 sowie 886 Kegel. Königsbrücks Kegeloldie Lutz Böhme: „Da lagen wir nun schon mit 94 Zählern ziemlich aussichtslos im Hintertreffen.“ Wie sich jedoch Teamchef Ronny Böhme und Gert Handrich zum Schluss vor den Karren spannten, das nötigte schon Hochachtung ab. „Die Dresdner wirkten nach der ersten Bahn verunsichert, das spornte uns an und nach 150 Wurf konnten wir erstmals in Führung gehen“, freute sich Ronny Böhme. „Dann haben wir den Sieg in einem spannenden Schlusskrimi nicht mehr aus der Hand gegeben.“

In einer spielerisch auf keinem hohen Niveau stehenden Begegnung gewann der KSV Ottendorf-Okrilla sein Heimspiel mit 5273:5166 Kegeln gegen die Hoyerswerdaer Eisenbahner. Ottendorfs Trainer Jürgen Baß: „Von Anfang an den Gegner unter Druck setzen, das war die Devise.“ Im Anfangsduo, wo Sören Krönert die Tagesbestleistung mit 932 Kegeln gelang und er seinen Kontrahenten (Lutz Haarig 871) in Schach hielt, musste dann aber der frischgebackene KSV-Juniorenkreismeister Nils Pollack mit 878 Zählern dem erfahrenen Axel Jarosch das Feld überlassen.

Doch im Mittelpart waren die schwachen Gäste mit ihrem Latein am Ende. Bei Ottendorf überzeugte aber eigentlich auch nur der junge Manuel Baß mit seinen 887 Zählern, Gert Nitzsche kam nur auf 835. Norman Baß (848) und André Stübner (893) gelang dann der erfolgreiche Abschluss. „Wir freuen uns natürlich über den Spitzenplatz in der Tabelle, aber den Weg bis zum Saisonschluss ist noch lang. Es muss wieder konzentrierter zur Sache gegangen werden“, mahnte Ottendorfs Trainer.